Im südlichen Afrika - meine Reise nach Südafrika/Namibia

Endlich ist es soweit. Unsere Reise kann beginnen und sie startet sehr entspannt mit einem nonstop Flug über Nacht von Frankfurt nach Johannesburg. Problemlose Einreise und Weiterflug  zum Flughafen KMI  Mpumalanga. Dieser kleine feine Flughafen, mit einem überschaubaren kleinen Abfertigungsgebäude im typisch afrikanischen Stil gefällt uns sofort. Ziemlich schnell können wir mit unserem Mietwagen nach Sabie starten. In Sabie wohnen wir sehr zentral und nahe am Blyde River Canyon. Schneller und einfacher kann man da nicht hinkommen. Obwohl ich dort früher schon mehrmals war, bin ich von der ganzen Region immer wieder neu begeistert. Wir wollen den ersten Tag in Ruhe beginnen und starten zum „Lone-Creek-Wasserfall“.

Ein ganz entspannter Ausflug in der näheren Umgebung. Der nächste Tag steht ganz im Zeichen von diversen Höhepunkten. Wir starten zur „Panorama Route“ und können nicht oft genug einen Stop machen, um die spektakuläre Aussicht aus God´s Window auf den Blyde River Canyon zu genießen. Weiteres Ziel ist der Aussichtspunkt zu den drei Rondavels, das sind die Bergkegel, die so aussehen wie die typisch afrikanischen Rundbungalows. Viele weitere landschaftliche Höhepunkte wie die „Bourke's Luck Potholes“ und die strahlenden Augen, der entspannte Umgang der Südafrikaner machen uns den Abschied schwer. Wir fliegen weiter nach Durban. Dort bewege ich mich auf den Spuren meiner Vergangenheit und mache ich mich auf die Suche nach Freunden von vor über 30 Jahren. Der Kontakt mit dem Meer in Balito, ein gemütlicher Ort nahe Durban und das erfolgreiche wiederfinden der Vergangenheit bewegen mich sehr. Eigentlich bin ich hier nur hingekommen, weil ich das alles noch einmal sehen wollte. Sonst sind die 6 Tage etwas zu kurz.

Doch unser eigentliches Ziel bei dieser Reise ist Namibia. Wir fliegen weiter nach Windhoek. Schon der Blick aus dem Flugzeug lässt uns ahnen, dass sich unsere Augen jetzt vom Grün der Landschaft verabschieden müssen.

Für mich nicht unbekannt, aber es ist eine Umstellung und wir sind sehr auf die nächsten 16 Tage gespannt. Am Flughafen übernehmen wir unseren 4x4 Britz Camper mit zwei Dachzelten, Kühlschrank und Küchenausstattung. Wir erhalten eine super ausführliche Einweisung! Dafür, dass wir mit Camping wenig Erfahrung hatten, waren wir jetzt sehr gut vorbereitet. „Namibia is easy“ sagte er zu uns, als wir den Hof verlassen. Als nächstes wollen wir einkaufen. Wir brauchen eine Grundausstattung an Lebensmitten. Auch ein paar kulinarische Sonderwünsche können erfüllt werden. In Windhoek gibt es alles, was das Herz begehrt. Wir haben unsere Route so gelegt, dass wir eine Reise mit „Muse“ machen können. An vielen interessanten Stellen bleiben wir zwei bis drei Nächte. So auch im Sossusvlei. Nachmittags kamen wir bei gefühlt 45° im Sesriem Campsite an. Wir haben uns extra im Park einen Platz gesucht, damit wir nicht warten müssen, bis das Parkeingangstor geöffnet wird. Ein wunderschöner Platz mit einem riesengroßen Schattenbaum, Stromanschluss, Wasser und sogar einen Pool gab es. Kostenlos dazu den herrlichsten Sonnenuntergang in den drei Tagen. Unser Abendessen brutzeln wir auf der Feuerstelle und mit dem Gaskocher. So genießen wir die Freiheit pur! Wir sind so fasziniert von der Umgebung, die Sanddünen, im Hintergrund Berge und das Licht. Die Polarisation ist das, was glaube ich den Reiz ausmacht, zusammen mit der endlosen Weite eine Symbiose unvergleichbar. Natürlich besuchen wir die Düne 45, kontra der Busse die alle früh morgens hinfahren. So sind wir fast alleine dort. Auch die weiteren Ausflüge durch Sanddünen und der Besuch auf der Nachhaltigkeitsfarm „Wolwedans“ sind unvergessene Erlebnisse. Wir verlassen diesen wunderschönen Ort, stoppen unterwegs natürlich für einen gelungenen Apfelkuchen in Solitaire und erreichen am Abend Swakopmund. Etwas befremdlich ist es für uns, dass uns fast jeder auf deutsch antwortet. Auf meine Frage, ob wir so deutsch aussehen, bekam ich allerdings die Antwort, dass es an meinem Akzent liegt. Swakopmund ist immer noch sehr deutsch geprägt. Man kann es an den Häusern, dem Leuchtturm und selbst an den Straßennamen erkennen. Wir suchen uns ein Restaurant für den Abend an der Seebrücke. Es gibt sehr guten Fisch, ganz frisch zubereitet. Auch hier in der Umgebung gibt es viel zu erkunden, die Salzgewinnungsfabrik, die Flamingos, die Düne 7 und der „Wüstenzug“ mitten durchs Nirgendwo. Obwohl wir mehr als 2 Wochen Zeit haben, treibt es uns weiter. Wir fahren zum Brandberg, eine unwirtliche Felslandschaft mit einem riesigen Bergklotz. Dort haben wir wieder einen  ganz perfekten Campingplatz gefunden, der zum Camp „White Lady“ gehört. Von hier aus nehmen wir uns einen Führer der mit uns zu den Felszeichnungen der „White Lady“ führt. Eine angenehme durchschnittliche Wanderung. Wir kamen während der Wanderung mit Collin ins Gespräch und er hat uns angeboten, wilde Elefanten im Flussbett zu zeigen. Die sind aktuell auf der Durchreise und gestern waren sie hier bei der Lodge. Wir fahren  los, durch den ausgetrockneten Fluss, immer weiter und weiter. Ab und zu muss ich anhalten, weil er aussteigt und Spuren liest. Jetzt hat er die Fährte gefunden und wir sind fündig geworden. Mit dem nötigen Abstand und Respekt bestaunen wir die kleine Herde mit einem Babyelefant. Er bot uns an, da wir jetzt schon so weit gefahren sind, seine Mutter im Dorf zu besuchen. Tatsächlich ist das ein Dorf im Nirgendwo mit ein paar Hütten. Wir begrüßen seine 102 Jahre alte Mutter, die ihr Ur-Ur-Enkelkind auf dem Schoß hält. Ein sehr authentisches Erlebnis. Wir verschenken Kleider und etwas Flüssigseife, die wir extra für solche Gelegenheiten dabei haben.

Wir haben hier überall viel Schönes gesehen und erlebt, jetzt fahren wir weiter in den Etosha Park. Da wollen wir zwei Nächte auf der Westseite am Anderson Gate bleiben und dann zwei Nächte auf der Ostseite von Lindequist Gate übernachten. Dort erleben wir einen aufregenden Start, da es am Abend tatsächlich ein Gewitter mit ein paar Regentropfen gab. Leider war aber auch das beleuchtete Wasserloch jetzt dunkel, da ein Blitz in eine Verteileranlage eingeschlagen hatte. Trotzdem konnten wir am Wasserloch noch Elefanten, Giraffen, Schakale, Zebras, Springböcke und Gnus sehen. Nur die Löwen kamen zu spät. Da war es bereits stockdunkel und wir konnten sie leider nur hören. Am nächsten Tag kam der Strom wieder und alle Tiere auch. Wir haben im Etosha Park so viele große Herden von Tieren gesehen, selbst vier Geparden kreuzten vor uns den Weg. Es war ein aufregendes, tolles Erlebnis, so lange im Park auf Pirsch zu gehen. Übrigens sind wir bis auf einmal immer mit unserem eigenen Auto gefahren. Das geht wunderbar mit einem 4x4. Ein kleiner PKW erscheint mir dort aber ungeeignet, dann lieber eine geführte Tour, als mit dem Auto liegen zu bleiben.

Als letztes Ziel begeben wir uns auf die Spuren der nicht rühmlichen deutschen Vergangenheit, dem Waterberg. Die Schlacht am Waterberg gegen die Herero ist dort auf einem Wanderweg gut beschrieben. Das ist schon eine Empfehlung wert. Noch viele weitere „Trails“ sind dort ausgeschildert und präpariert. Uns fehlt die Zeit, um noch länger zu bleiben. Sicher hätten wir hier auch in drei Tagen noch keine Langeweile.

Zurück zum Flughafen haben wir unseren 4x4 Britz Camper gefühlt in fünf Minuten abgegeben.
Alles easy, das stimmt wohl so in Namibia und wir haben die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und das Lächeln der Namibier sehr genossen.

Ein angenehmer Rückflug über Nacht nach Deutschland beendet unsere wunderschöne Reise und bringt uns in die Realität zurück. Noch stundenlang könnte ich von dieser Reise schwärmen, doch das wird hier zuviel.
Gerne mache ich das bei einem persönlichen Gespräch.

Ihr Karl-Heinz Burgdörfer


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